Die Ausbildung
21st Century Meisner
Schauspiel kann man nicht in ein paar Monaten erlernen. Die mfa Meisner-Klasse ist aufgeteilt in 6 bzw. 8 Unterrichtsblöcke. Das gesamte erste Jahr wird dafür verwendet, die Meisner-Technik zu vermitteln und zu trainieren, um als Schauspieler aufrichtig, glaubwürdig, authentisch zu sein. Die Grundelemente werden nach und nach hinzugefügt, wobei jedes neue Element über Tage und Wochen unterrichtet wird, bis es integrativer Bestandteil des Spiels geworden ist. Danach werden Szenen einstudiert und gefilmt, die das jeweils neueste Element beinhalten. Das zweite Jahr widmet sich Charakterstudien – dem Lernen, wie man Rollen spielt, die dem eigenen Wesen nicht unbedingt entsprechen und der direkten Vorbereitung auf den Berufseinstieg. Ständig wird das Erlernte wieder in die praktische Arbeit umgesetzt, bis alle neu erlernten Fähigkeiten ein organischer Teil eines jeden Schauspielers geworden sind.
Einzigartig ist die mfa Meisner-Klasse, weil die Kamera früh im Klassenraum zum Einsatz kommt. Der Schauspieler erlernt zunächst alle Techniken, die für eine solide Bühnenleistung notwendig sind, und danach alle Techniken, die für die Arbeit mit der Kamera benötigt werden. Die Meisner Technik ermöglicht dem Schauspieler aufrichtig und authentisch zu sein – wahrhaftiges Erleben unter allen "imaginary circumstances".
Jacqueline McClintock: "Viele Schauspieler kommen nicht darüber hinweg, dass andere Personen sie beobachten: ihre Mütter, ihre Väter, ihre Freunde, ihre Rivalen, ihre Lehrer. Sie sehen sich ständig mit den Augen anderer Menschen. Sie können keine Charaktere verkörpern, weil sie nicht aufhören, sich über andere Personen Gedanken zu machen. In diesen Fällen zeigt die Meisner-Technik ihre Wirkung. All diese Probleme verschwinden mit dem ersten Tag im Meisner-Klassenraum."
Die kompakte Ausbildung macht aus jedem Teilnehmer den bestmöglichen Schauspieler, die bestmögliche Schauspielerin. Die Absolventen der mfa fallen auf in einem Berufsfeld, in dem so viele so durchschnittliche Leistungen erbringen.
"It is about learning! Contrary to the image of acting as flash and glamorous stars, at mfa the star is the partner in your scene, the feeling is the instrument and the commitment is the formula. Nothing is taken for granted, no favoritism, preferences or prejudices. The value is placed on the reality of the moment.(...) Here the fight for the real, the search for true emotion, the reach of the essence of acting comes thru practice and hard work, no space for excuses. Quality displaces quantity. Authenticity removes the posing. True meaning wipes out the fake image. Everything matters. There are no trivialities, no superficial lessons. (..) The demand for constant perfection leaves no place for generality, for "just do it", for complacence, conformity, or simply accepting the ordinary. The effort to be creative and particular is required as a part of acting fundamentals, not as an artificial method of acquiring flawed fame. We are taught how to interact instead of just how to act, to feel instead of just showing, to work off the partner instead of focusing on oneself. We are led to see the importance of a good basis, the significance of going step by step, the need of a solid foundation before putting on the roof." Fernando Borreda, Amsterdam, Meisner Class, 2006
Unsere Ausbildung verbindet Elemente unterschiedlicher Schauspieltechniken unter dem Dach der von Sanford Meisner entwickelten Technik.
Für Sanford Meisner war Schauspiel das Erreichen ehrlicher, emotionaler, menschlicher Reaktionen. Das beste zu erreichende Schauspiel war für ihn spontanes Reagieren in der unmittelbaren Umgebung des Schauspielers.
Neben dem Schauspielunterricht wird es sowohl Unterricht in Stimme, Sprechen, Gesang, Tanz und unterschiedlichen Kampfsporttechniken als auch Einführungen in die Bereiche des Drehbuchschreibens und der Regiearbeit geben.
Die Grundausbildung eines Schauspielers ist sowohl für das Spielen vor der Kamera als auch für die Bühne erst einmal die Gleiche. Es geht darum echte Menschen zu sehen, welche spontan und wahrhaftig in den ihnen vorgegebenen Umständen reagieren.
Sanford Meisner entwickelte hierzu die "Repetition Exercise", welche es dem Schauspieler ermöglicht, echt und im Moment emotional zu reagieren.
Die Ausbildung im ersten Jahr umfasst die Blöcke der Meisner Schauspieltechnik und die grundlegenden Elemente der Technik von Lee Strassberg, dazu zählen:
- Repetitions
- Independent activities
- Emotional Preparation (nach Meisner und Strassberg)
- Relationship
- Characterwork
Die Ausbildung ist in Blöcke aufgeteilt. Am Ende eines jeden Unterrichtsblocks schließt sich ein Szenenstudium an, welches dem aktuellen Wissensstand der Studenten entspricht. Diese Szenenarbeit wird nach der Erarbeitung mit dem Schauspieldozenten zusammen mit einem Regisseur vor die Kamera gebracht und gedreht. So gibt es bereits im ersten Jahr der Ausbildung mindestens zwei hervorragend erarbeitete und gedrehte Szenen als Demomaterial.
Im zweiten Jahr werden den Schauspielschülern die Grundlagen der Techniken von Stella Adler, Uta Hagen und Mikhail Tschechow vermittelt, die eine großartige Ergänzung zu Sanford Meisners Schauspieltechnik bieten. Auch hier werden nach jedem neuen Block Szenen erarbeitet und gedreht.
Vor den zu drehenden Abschlussszenen wird es eine intensive Auseinandersetzung mit den Anforderungen des Spielens vor der Kamera geben.
Im dritten Jahr, welches man bei Interesse anfügen kann, werden zuerst in einem 6-wöchigen Unterrichtsblock die Notwendigkeiten der Anforderungen für das Spiel auf der Bühne trainiert. Im Anschluss hieran werden zwei Stücke erarbeitet, inszeniert und vor Publikum aufgeführt.
Während der Blöcke mit Schauspielausbildung findet natürlich auch weiterhin die Ausbildung für Stimme, Sprache und Körper statt.
