München Film Akademie

Kamera

Steckbrief
Kosten
480,- €
max. Teilnehmer
8
nächster Kurs
07.05.2012 bis 11.05.2012

Ein 5-tägiger Kurs für die Grundlagen der Kameraarbeit:

 Kamera:
Ob ein Bild (im Sinne einer Kameraeinstellung in einem Film) "gut” oder “schlecht”, “stark” oder “schwach” ist, hängt zu einem großen Teil vom Kontext des Bildes im fertigen Film ab.
Natürlich spielen dabei die handwerklichen und ästhetischen Aspekte eines Bildes eine große Rolle. Letztlich entscheidend ist aber immer die erzählerische Intention des Regisseurs.
Die folgenden Seminare befassen sich mit all diesen Aspekten der Kameraarbeit, ausgehend von der technisch-handwerklichen Seite, über die visuell-ästhetische bis hin zur entscheidenden Frage: erzählt dieses Bild die Geschichte am besten, oder gibt es noch ein besseres?

Kameratechnik, optische Möglichkeiten:

Schon normale Photoapparate sind hochkomplexe technische Geräte, obwohl sie nur einzelne Bilder aufzeichnen. Film- und Videokameras müssen darüber hinaus in der Lage sein, kontinuierlich mindestens 24 Bilder pro Sekunde in gleichbleibender Qualität aufzuzeichnen und sind entsprechend komplizierter. Allen gemein sind die optischen Grundprinzipien.
In diesem Seminar wird zunächst die Funktionsweise einer Kamera erklärt und nach und nach auf die Vielzahl ihrer Einstellmöglichkeiten eingegangen: Blende, Brennweite, Belichtungszeit, ISO-Zahl, Weissabgleich/Lichttemperatur und andere Parameter bestimmen das aufgenommene Bild und beeinflussen sich gegenseitig. Im Rahmen praktischer Übungen an der Kamera erlernen die Studenten die Bedeutung dieser Begriffe, ihre Auswirkungen auf das Bild und ihre jeweiligen Wechselwirkungen, und beginnen, das gestalterische Potential der optischen Möglichkeiten zu ergründen.

 Bildgestaltung

Das von der Kamera aufgenommene Bild kann immer nur einen Ausschnitt der Realität wiedergeben, sei es der “echten Welt” um uns herum oder der “inszenierten Realität” eines Filmdrehs. Gute Regisseure und Kameraleute nutzen diese scheinbare Einschränkung, etwa um die Aufmerksamkeit des Zuschauers in einer bestimmten Weise zu lenken, um bestimmte Aspekte eines Geschehens zu betonen oder um suggestiv eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Ein gutes Bild kann die Bedeutung einer Szene verdichten, mitunter sogar eine völlig neue Bedeutungsebene hinzufügen.
Dieses Seminar legt die Grundlagen der Bildgestaltung dar, befasst sich mit ästhetischen Prinzipien, wie dem Goldenen Schnitt, und stellt die gängigen Einstellungsgrößen, deren Möglichkeiten, Einschränkungen und Einsatzbereiche vor.

Lichtgestaltung

Der zweite wichtige Teil der Arbeit eines Kameramanns - neben der Bildgestaltung - ist die Lichtsetzung. Ausgangspunkt dafür sind photographische Notwendigkeiten: das menschliche Auge ist nicht nur sehr viel lichtempfindlicher als die beste Kamera, sondern auch in der Lage, bedeutend mehr Helligkeitsstufen gleichzeitig wahrzunehmen (etwa beim Blick aus einem dunklen Raum nach draußen oder auf eine helle Wolke). Das macht es in den meisten Fällen notwendig, eine Lichtsituation künstlich zu verbessern, um eine korrekt belichtete Aufnahme überhaupt möglich zu machen.
 
Lichtgestaltung ist aber sehr viel mehr als das bloße Ausgleichen von Helligkeitsunterschieden. Der gekonnte Einsatz von Licht und Schatten erzeugt Stimmungen, lenkt die Aufmerksamkeit des Zuschauers, strukturiert den gefilmten Raum und verleiht ihm Tiefe. Gute Lichtsetzung kann zu einem integralen Bestandteil der Erzählung werden. Dafür genügt es allerdings nicht, einfach “ein paar Lampen aufzustellen”. Gerade große Filmproduktionen zeichnen sich nicht umsonst oft durch stundenlange Umbauzeiten aus. Und um zu guten Ergebnissen zu kommen ist Erfahrung unerlässlich. Dieses Seminar führt in die Prinzipien der Lichtgestaltung ein, und vermittelt erste Referenzpunkte, anhand derer die Studenten lernen, die zum Teil gewaltigen Unterschiede zwischen einer Lichtsituation, wie ihr Auge sie sieht, und dem Bild, das die Kamera aufnimmt, zu verstehen. Anhand von bewährten Standard-Lichtsituationen lernen die Studenten, bestimmte Wirkungen gezielt herbeizuführen.